Die Rendite von Lebens-Versicherungen hängt weitgehend von der Höhe des Rechnungs-Zinssatzes und der Überschüsse ab, die die Versicherer erwirtschaften. Unter "Rendite" wird die Erlebensfallrendite (ohne Todesfall-Absicherung) verstanden.
Kunde hat eigene Möglichkeiten
Die Kunden haben zwar keinen Einfluss auf die Höhe der Überschüsse, können aber ihre Rendite dennoch in manchen Punkten beeinflussen, insbesondere durch:
· Umstellung von monatlicher auf jährliche Zahlweise,
· Kündigen der Unfalltod-Zusatzversicherung,
· Änderung des Überschuss-Systems,
· Ausschluss bzw. Anpassung von Dynamik-Regelungen.
Zur Zahlweise: Beiträge für Lebens-Versicherungen werden meist in monatlichen Raten gezahlt. "Dies wirkt sich jedoch grundsätzlich negativ auf die Rendite aus", weiß Schuster. Dafür verlangen Versicherer in der Regel einen Ratenzuschlag von 5 Prozent auf den Jahresbeitrag. Dieser Zuschlag entspricht einem Effektivzins von 11,35 Prozent pro Jahr.
Zahlweise spricht für schlechte Information
Vor Antragstellung werden Kunden nur selten darüber informiert. Auch im Antrag und im Versicherungsschein wird dazu nichts ausgesagt.
Laut Schuster zeigt sich: Die negativen Auswirkungen sind insbesondere bei Verträgen mit kurzer Dauer besonders hoch. Ein 20-Jähriger kommt in der Regel auf 0,42 Prozentpunkte weniger Rendite als bei Jahreszahlung.
Umstellung auf Jahresbeitrag lohnt immer
Außerdem steigt bei gleicher Vertrags-Dauer die negative Auswirkung von monatlicher Zahlweise mit zunehmendem Eintrittsalter an, weil die Risikobeiträge steigen und der Ratenzuschlag deshalb von einem höheren Beitrag erhoben wird. Ein 50-Jähriger kommt auf 0,48 Prozentpunkte weniger Rendite (insgesamt 3,75 Prozent) als bei Jahreszahlung.
Fazit: Kunden sollten zur Rendite-Verbesserung beim Versicherer beantragen, die Zahlungsweise von monatlicher Überweisung auf jährliche Bezahlung (vorschüssig) umzustellen. Dies erfolgt dann in der Regel zum Anfang des folgenden Versicherungsjahres.
Warum gerade bei Tod durch Unfall höherer Finanzbedarf?
Zur Unfalltod-Zusatzversicherung (UZV): Sie wirkt sich auch negativ auf die Versicherungs-Rendite aus, weil die Beiträge reine Risikobeiträge sind, die laufend verbraucht werden und somit nicht zur Erhöhung der Ablaufleistung beitragen. "Außerdem erfolgt in der UZV bei mehr als der Hälfte der Versicherer keine Überschuss-Beteiligung", hat Schuster beobachtet. Bei den anderen Gesellschaften sei sie nur gering.
Im Schnitt verringert eine Unfalltod-Zusatzversicherung die Rendite um rund 0,2 Prozentpunkte. Ausweg: Der Zusatz kann zum nächstmöglichen Termin aus dem Vertrag herausgekündigt werden.
Dann bleibt es bei der vereinbarten Leistung, aber der Beitrag wird niedriger.
Verzinsliche Ansammlung gut für Rendite
Zum Überschuss-System: Die Versicherer verwenden für die Überschuss-Beteiligung in der Regel entweder
· die verzinslichen Ansammlung (jährliche Überschuss-Gutschriften werden verzinslich angesammelt)
· oder das Bonussystem (jährliche Überschuss-Gutschriften wird zur Bildung von zusätzlichen beitragsfreien Versicherungs-Summen verwendet; somit wird somit sowohl die Sterblichkeit als auch die rechnungsmäßige Verzinsung berücksichtigt).
Höhere Garantie oder mehr Ablauf?
Die volle Bonussumme wird im Todes- bzw. im Erlebensfall fällig. Bei Rückkäufen dagegen wird nur die für die Bonus-Finanzierung gebildete Deckungs-Rückstellung gezahlt. Ein Stornoabzug erfolgt in der Regel nicht.
Unterm Strich wirkt sich das Bonussystem negativ auf die Ablaufrendite aus. Je später der Vertrag geschlossen wird, desto ungünstiger. "Daher sollte sowohl beim Abschluss als auch bei Erreichen eines bestimmten Alters - ab 55 Jahre - geprüft werden, ob weiterhin am Bonussystem festgehalten werden soll und auf zusätzlichen Todesfallschutz Wert gelegt wird", rät Schuster. Zumeist sei die Umstellung auf verzinsliche Ansammlung besser, falls der Versicherer diese Wahlmöglichkeit bietet.
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Detlef Pohl