28.11.05

Es könnte finanziell knapp werden

 

Eine von Emnid durchgeführten repräsentativen Befragung hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der 50- bis 75-Jährigen die Unfallgefahr im Haushalt sowie im Straßenverkehr als hoch bis sehr hoch einstufen. Allerdings haben viele auch falsche Vorstellungen, welche Leistungen zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt.

So muss beachtet werden, dass die gesetzliche Krankenversicherung zum Beispiel keine Kosten für fremde Hilfe beim Haushalt, bei Arztbesuchen und anderem übernimmt, wenn man nach einem Unfall vorübergehend auf solche Hilfe angewiesen, aber nicht gleich pflegebedürftig ist. Darüber hätten viele der Befragten falsche Vorstellungen.


Unterstützung am liebsten durch Partner
Kommt es zu einem Unfall, können viele Ältere derzeit noch auf eine Versorgung durch Angehörige hoffen. Rund 80 Prozent vertrauen darauf, dass die engsten Angehörigen bei Tätigkeiten wie Wäsche waschen, Kochen, Erledigung von Besorgungen helfen werden.

Wenn es nach dem Wunsch geht, sollten bei 93 Prozent der Befragten Ehe- bzw. Lebenspartner helfen, gefolgt von sonstigen Angehörigen mit 83 Prozent.


Immerhin 73 Prozent stellen sich auch eine Betreuung durch einen professionellen Hilfsdienst vor, häufiger als zum Beispiel durch Freunde oder durch Nachbarn. Fast drei Viertel der jüngeren Senioren zwischen 50 und 64 sind hier fälschlich der Meinung, solche Unterstützung von der gesetzlichen Krankenkasse erwarten zu können. Auch 59 Prozent der älteren Befragten glauben dies noch.


Mehr als die Hälfte nicht oder nicht ausreichend abgesichert
Eine ausreichende eigene finanzielle Absicherung für den Fall eines Unterstützungsbedarfs zu haben, glaubt hingegen die Mehrheit nicht. 14 Prozent der Teilnehmer gaben an, über keine eigene Vorsorge durch Ersparnisse oder spezielle Verträge zu verfügen, weitere 41 Prozent bekannten, "es könnte finanziell knapp werden".


Eine gute Absicherung glaubt ein Drittel der Älteren zu haben, sehr gut würden gerade noch 9 Prozent ihre Situation einschätzen. Die verbleibenden 3 Prozent waren sich nicht sicher oder wollten keine Angabe machen.


Welche Versicherungen eine Versorgung bieten
Eine gute Versorgung bei Unfällen kann durch verschiedene Versicherungen gewährleistet werden. Die private Unfallversicherung kann je nach vereinbarter Leistungskombination ein Tagegeld oder ein Krankenhaustagegeld leisten, ggf. erweitert um ein Genesungsgeld. Hiermit wird der erste Geldbedarf unmittelbar nach einem Unfall für fremde Hilfe aufgefangen.


Verbleibt dauerhaft eine unfallbedingte Behinderung, kann eine Invaliditätsleistung als einmalige Summe oder als lebenslängliche Rente vereinbart werden. Nicht immer kann sofort festgestellt werden, ob eine dauerhafte Invalidität verbleiben wird. Sie muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sein und innerhalb von 15 Monaten von einem Arzt bestätigt werden.


Todesfallsumme nicht vergessen
Wer in der Zwischenzeit bereits Geld benötigt, hat zwei Möglichkeiten. Einige unfallbedingte Behinderungen sind in einer so genannten Gliedertaxe beschrieben. Hat der Versicherte zum Beispiel das Sehvermögen auf einem Auge verloren, stehen der Invaliditätsgrad und damit die entsprechende Leistung sofort fest.


Vereinbart der Versicherte zusätzlich eine Leistung für den unfallbedingten Todesfall, hat er auch Anspruch auf eine Vorauszahlung auf eine noch nicht abschließend feststehende, aber wahrscheinliche unfallbedingte Behinderung und die daraus resultierende Invaliditätsleistung.


Nicht nur an Unfälle denken
Wer nicht nur das Risiko des Unfalls, sondern auch krankheitsbedingten Bedarfs an fremder Hilfe absichern will, sollte als Berufstätiger über eine ausreichende Berufsunfähigkeits-Versicherung verfügen. Zudem bieten private Krankenversicherungen Tagegelder an, die nicht nur bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit oder unfallbedingtem Krankenhausaufenthalt gezahlt werden.


Matthias Beenken