13.09.07

Krankenkassen mit sattem Halbjahres-Plus

 

(verpd) Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) blickt auf ein gutes erstes Halbjahr 2007. Dank der vorgenommenen Beitragserhöhungen konnten die gesetzlichen Kassen kräftige Überschüsse erzielen. Nach Aussage des Gesundheitsministeriums besteht dennoch kaum Spielraum für künftige Beitragssenkungen.

Wenn der wirtschaftliche Aufschwung anhalte, sehe es bei der Beitragsentwicklung „nicht schlecht aus“, verlautete aus dem Ministerium. „Für eine Senkung der allgemeinen Beitragssätze gibt es wenig Spielraum. Denn wir haben ja auch Zusatzkosten“, so die Stellungnahme mit Blick auf die geplante neue Honorierung der Ärzte und den Mehrkosten verursachenden medizinischen Fortschritt.

Mit der Einführung des Gesundheitsfonds ab 2009 werden die Beitragssätze zur GKV im Herbst 2008 festgelegt.

GKV macht 307 Millionen Euro Plus im Halbjahr

Die GKV erreichte in den ersten sechs Monaten 2007 einen Überschuss von 307 Millionen Euro, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch ein Defizit über 50 Millionen Euro entstanden war.

Auf der Negativseite schlug dieses Jahr die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Buche. Auf der anderen Seite hatten die gesetzlichen Krankenkassen die Beiträge zu Jahresbeginn um durchschnittlich 0,6 Prozentpunkte angehoben.

Für das Gesamtjahr spricht nach Angaben des Ministeriums viel dafür, dass die GKV einen Überschuss in ähnlicher Größenordnung wie 2006 (plus 1,64 Milliarden Euro) erzielen werde.

Schmidt: GKV auf erfolgreichem Konsolidierungskurs

Dank der eingeleiteten Reformen befinde sich die GKV „weiterhin auf einem erfolgreichen Konsolidierungskurs“, so die Meinung aus dem Ministerium.

Die Überschüsse seien auch erforderlich, um die Verschuldung abzubauen. Ende 2006 hatten immerhin schon 185 von 242 Kassen wieder positive Finanzreserven. „Spätestens im nächsten Jahr – pünktlich zum Start des Gesundheitsfonds – werden alle Kassen schuldenfrei sein“, gibt man sich optimistisch.

Positive Wirkungen im zweiten Halbjahr erwartet

Von den für die zweite Jahreshälfte üblichen Einmalzahlungen abgesehen, erwartet das Gesundheitsministerium von den steigenden Beschäftigungszahlen und höheren Tarifabschlüssen positive Impulse für die Kassen der GKV.

Im ersten Halbjahr standen Einnahmen von rund 75,7 Milliarden Euro Ausgaben über 75,4 Milliarden Euro gegenüber. Umgerechnet stiegen je GKV-Mitglied die Einnahmen um 4,8 Prozent und die Ausgaben um 3,2 Prozent.