Kunstkriminalität ist meist weniger spektakulär als der Osloer Raubüberfall.
Kürzlich wurden aus einem Museum in Oslo zwei Gemälde des Malers Munch geraubt, die nach Presseberichten einen Wert von schätzungsweise 80 Millionen Euro haben und wegen zu hoher Versicherungsprämien nicht gegen Diebstahl versichert sind.
Der weitaus größere Schaden wird aber nicht mit derart spektakulären Fällen angerichtet. Nach Expertenschätzungen ereignet sich nur 12 Prozent der Kunstkriminalität in Museen, aber 54 Prozent in Privathaushalten.
Sicherheitsvorkehrungen oft nachlässig
Der Grund: Sicherheitsvorkehrungen sind hier oft noch nachlässiger. Außerdem sind Gemälde aus Privateinbrüchen meist leicht weiterzuverkaufen – anders als berühmte Ausstellungsstücke.
Die Chance, dass die Opfer ihre Reichtümer zurückerhalten, ist vergleichsweise gering. Die Aufklärungsquote bei Kunstdelikten liegt bei unter 40 Prozent. Zum Vergleich: Banküberfälle werden immerhin zu mehr als 70 Prozent aufgeklärt.
Weiterer Anreiz für die Kunst-Täter ist die oft höhere Beute.
Viele sind nicht professionell versichert
Dem haben die Opfer häufig nichts entgegenzusetzen. Viele Privatsammler haben keine professionelle Kunstversicherung für Ihre Schätze. Sofern überhaupt Verträge existieren, decken diese Policen mögliche Schäden oft nicht annähernd ab.
Herkömmliche Hausratversicherungen geraten bei hochwertigen Sammlungen leicht an die Grenzen. Die nicht auf diese Risiken spezialisierten Versicherer lehnen hohe Werte oft ab.
Kunstversicherer bieten mehr Schutz
Wo die Hausratversicherer aufhören, fangen die Kunstversicherer an. Sie versichern Wertgegenstände bis zu sehr hohen Beträgen.
Dabei können auch zusätzliche Gefahren wie Transporte und Ausstellungen eingeschlossen werden.
Üblich sind Versicherungspakete, die neben den Kunstschätzen auch den übrigen Hausrat und die Gebäude einschließlich Zweit- und Drittwohnsitzen umfassen.
Die Prämien dafür werden individuell kalkuliert; dabei spielen auch die vorhandenen Sicherungen eine wichtige Rolle.
Claus-Peter Meyer