30.08.05

Rückläufige Opferzahlen

 

Im ersten Halbjahr 2005 sind nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes 10 Prozent weniger Menschen im Straßenverkehr umgekommen als im Vorjahr. Insgesamt gab es 2.418 Verkehrstote sowie 202.077 Verletzte.

Die Zahl der Verletzten ist nur um 1,2 Prozent zurückgegangen, etwa im gleichen Maß wie die Zahl der Unfälle insgesamt. Registriert von der Polizei wurden insgesamt 1.088.630 Unfälle, davon 156.403 mit Personenschaden. Die Rückgänge zum Vorjahres-Vergleichzeitraum betrugen 0,3 Prozent bei den Unfällen insgesamt bzw. 0,7 Prozent bei denen mit Personenschaden.


Gegenüber 2003 deutliche Rückgänge
Noch deutlicher ist die Entwicklung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003. Im Vergleich dazu reduzierte sich die Zahl der Unfälle insgesamt zwar ebenfalls nur um 0,3 Prozent, aber diejenige mit Personenschäden um 6,6 Prozent. Die Zahl der Todesopfer beträgt 2005 im Vergleich zu 2003 21,4 Prozent weniger, auch die Verletztenzahl sank um 7,6 Prozent.


Zurückgeführt wird diese Entwicklung auf ständig verbesserte Sicherheitsausstattungen der Fahrzeuge. Doch den Automobilclubs ist das immer noch zu wenig. So hält nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowohl der ADAC, als auch der ACE es für möglich, die Opferzahlen durch bessere Unfallverhütung zu reduzieren.


Schlechte Straßen für viele Unfälle verantwortlich
Neben weiteren Verbesserungen in der Fahrzeug-Sicherheitstechnik steht vor allem der Zustand der Straßen im Mittelpunkt der Kritik der Autoclubs. Hier würde oft nicht mehr ausreichend der Verkehrssicherungs-Pflicht entsprochen. So seien im Jahr 2004 allein fast 22.000 Unfälle auf schlechte Straßenverhältnisse zurückzuführen gewesen.


Sehr unterschiedlich entwickelte sich die Zahl der Opfer nach Bundesländern. Keinen Rückgang der Todesopfer konnte Bremen verzeichnen (4 Todesopfer), einen Anstieg musste Nordrhein-Westfalen hinnehmen (402 Todesopfer oder 14 mehr als im Vorjahr).


Zunahme der Unfälle in dünn besiedelten Flächenstaaten
Mehr Personen verunglückten insgesamt in Brandenburg (6.134 Verunglückte oder 1,6 Prozent mehr), Mecklenburg-Vorpommern (4.380 Verunglückte oder 1,7 Prozent mehr), Schleswig-Holstein (7.585 Verunglückte oder 3,3 Prozent mehr), Sachsen-Anhalt (6.297 Verunglückte oder 4 Prozent mehr) und als Spitzenreiter das Saarland mit 3.247 Verunglückten, was einer Steigerung um 5,1 Prozent entspricht.


Den deutlichsten Rückgang der Verunglücktenzahlen konnten Hessen mit 6,3 Prozent (15.141 Verunglückte) und Thüringen mit 6,1 Prozent (5.486 Verunglückte) verzeichnen. Wesentlich weniger Opfer gab es auch in Bayern (34.122 oder 4,5 Prozent weniger), wo auch der deutlichste Rückgang der Todesopfer erreicht wurde (435 oder 67 weniger als im ersten Halbjahr 2004).


An der Küste lebt man gefährlich
Das höchste Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, gibt es nach wie vor in Mecklenburg-Vorpommern mit 52 Todesopfern pro eine Million Einwohner, gefolgt von Brandenburg mit 49 und Sachsen-Anhalt mit 46.


Besonders wenige Todesopfer bezogen auf die Einwohnerzahl hatten die Stadtstaaten Bremen (6), Berlin (9) sowie Hamburg (12) zu verzeichnen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 29 Toten.
Weitere Zahlen sind direkt beim Statistischen Bundesamt nachzulesen.


Matthias Beenken