25.02.05

Sparpläne mit Licht und Schatten

 

Die durchschnittlichen Ergebnisse von Fonds-Sparplänen per 31. Dezember 2004 hat jetzt der BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. bekannt gegeben.

Die Statistik, die auch von den Internetseiten des BVI herunter geladen werden kann, zeigt die Wertentwicklung von Sparplänen der von den Mitgliedsunternehmen aufgelegten Investmentfonds.


Die Berechnungen gehen von monatlich gleich bleibenden Sparraten über Zeiträume zwischen zehn und 35 Jahren aus. Fondskosten einschließlich Ausgabeaufschläge sind dabei berücksichtigt.


Sehr unterschiedlich sind die Ergebnisse je nach Laufzeit und Fonds-Sektor.


Aktienfonds langfristig um sieben Prozent
So erwirtschafteten Sparpläne in deutschen, europäischen und internationalen Aktienfonds bei 30 Jahren Laufzeit durchschnittliche jährliche Renditen von 6,9 bis 7,6 Prozent.


Auf Sicht von zehn Jahren per 31.12.2004 waren dagegen im Mittel nur 1,17 Prozent (Anlageschwerpunkt Deutschland), 0,80 Prozent (Europa) und minus 0,67 Prozent (internationale Aktienfonds) zu verdienen bzw. zu verlieren.


Bei vielen Aktienfonds-Sparplänen waren die Resultate schlechter als ein Jahr zuvor.


Renten- und Immobilienfonds stabiler
Als weniger schwankungsanfällig haben sich die Renditen von Rentenfonds und Offenen Immobilienfonds bestätigt.
So lag die jährliche Wertsteigerung von Euro-Rentenfonds (deutsche Emittenten) mit durchschnittlich 6,5 Prozent nach 30 Jahren und 4,4 Prozent nach zehn Jahren weniger weit auseinander als bei Aktienfonds.


International investierende Rentenfonds erwirtschafteten jährliche Zuwächse zwischen 6,8 Prozent (30 Jahre) und 3,5 Prozent (zehn Jahre).


Bei Offenen Immobilienfonds lagen die Mittelwerte zwischen 5,3 und 3,0 Prozent.


Mischfonds schützen nicht vor Verlusten
Fonds, die sowohl in Aktien als auch in festverzinslichen Wertpapieren investieren können, haben die größten Freiheiten, je nach Marktlage die Chancen zu nutzen und Verluste zu begrenzen.


Das Vermeiden von Verlusten ist den meisten (längst nicht allen) dieser Fonds aus Sicht von Sparplänen in den vergangenen zehn Jahren gelungen. Im Durchschnitt wurde je nach Anlageschwerpunkt 2,87 bis 3,40 Prozent jährliche Rendite erwirtschaftet.


Bei 20 Jahren Laufzeit konnten Sparplaninhaber jährliche Wertzuwächse von im Mittel 4,75 bis 5,56 Prozent vereinnahmen. Mit 30 Jahren Laufzeit werden in der BVI-Statistik nur zwei Fonds geführt, bei denen das Guthaben Ende 2004 auf 57.360 bzw. 70.322 Euro gewachsen war. Der Durchschnitt daraus betrug 63.841 Euro oder 7,44 Prozent Jahresrendite.


Große Unterschiede bei einzelnen Fonds
Das Beispiel zeigt, dass es nicht von den Durchschnittswerten des BVI abhängt, ob der Anleger Grund zu Freude hat, sondern von den tatsächlichen Resultaten seines Fonds.


Deutlich wird das auch bei den deutschen Aktienfonds. Einige von ihnen kommen dem Verbands-Durchschnitt von 6.366 Euro Fondsvermögen nach zehn Jahren Spardauer recht nahe, aber es gibt auch große Abweichungen.


Beim schlechtesten Angebot in dem Segment, dem "Lux-Linea", blieben von den eingezahlten 6.000 Euro nur 5.087 Euro übrig. Beim Spitzenreiter "Morgen-Portfolio-Universal-Fonds" war dagegen das Guthaben der Modellrechnung per Ende 2004 mit 10.139 Euro fast doppelt so hoch.


Claus-Peter Meyer