31.08.07

Versicherte beschweren sich häufiger

 

(verpd) Wer mit seinem Versicherer nicht zufrieden ist, kann sich mit einer Beschwerde an den Versicherungs-Ombudsmann Professor Wolfgang Römer wenden. Das taten im vergangenen Jahr 18.451 Versicherungskunden. Am häufigsten traf es Lebens- und Rechtsschutz-Policen.

Die Deutschen haben derzeit mehrere hundert Millionen Versicherungsverträge, so dass die Anzahl der Beschwerden bezogen auf die Gesamtzahl nur äußerst gering ist. Der Anteil liegt im Promillebereich mit einer Null vor dem Komma.

Von den eingegangenen Beschwerden waren 12.768 (Vorjahr: 7.141) zulässig. Mehr als jede zweite Beschwerde betraf die Lebensversicherer, jede Zehnte die Rechtsschutzversicherung. 6,5 Prozent der Beschwerden bezogen sich auf die Unfallversicherung – alle übrigen Versicherungssparten hatten jeweils einen Anteil von unter fünf Prozent.

Mehr als jede dritte Beschwerde erfolgreich

38,6 Prozent der Beschwerden hatten Erfolg, sofern sie sich nicht auf eine Lebensversicherung bezogen. „Beschwerden aus der Lebensversicherung bleiben notwendigerweise in hohem Maße erfolglos“, schreibt Römer.

Die Beschwerden richteten sich hier vor allem gegen Leistungen, „die in der Regel nicht zu beanstanden“ seien. Daher liege die Erfolgsquote in der Lebensversicherung auch nur bei 14,9 Prozent.

Kleine Beträge

Unverändert sind die Beträge, über die gestritten wird, vergleichsweise klein: Bei 85,3 (82,6) Prozent liegt der Streitwert unterhalb von 5.000 Euro. Laut Satzung kann der Schlichter nur Fälle unter 5.000 Euro für die Unternehmen abschließend entscheiden.

Für den Kunden sind diese Entscheidungen nicht bindend. Nur vier Prozent der Fälle hatten einen Streitwert zwischen 20.000 und 50.000 Euro.

Die zulässigen Beschwerden wurden im Durchschnitt innerhalb von 2,8 (3,8) Monaten bearbeitet. Der Schlichtungsstelle gehören gegenwärtig 265 Versicherungs-Unternehmen an.