13.12.05

Wer erhält kostenlos die Grippeschutzimpfung?

 

Mit Beginn der kalten Jahreszeit greifen Schnupfen, Husten und Heiserkeit rapide um sich. Auch wenn es sich in der Mehrzahl der Fälle um eher harmlose grippale Infekte handelt, empfehlen Experten Jahr für Jahr, sich einer Grippeschutzimpfung zu unterziehen.

Doch unter welchen Voraussetzungen beteiligen sich die Krankenkassen an den Impfkosten? Gibt es dabei Unterschiede zwischen den privaten und gesetzlichen Versicherern? Auf den Internetseiten von www.krankenkassen.de wird ein Teil der Fragen beantwortet.


Viele Tote
Mit einer echten Grippe (Influenza) ist nicht zu spaßen. Nach Angaben des Robert Koch Instituts haben sich alleine im Winter 2002/2003 rund 5 Millionen Deutsche mit dem Virus infiziert. Davon fielen schätzungsweise 16.000 bis 20.000 Menschen der Krankheit zum Opfer.


Bei der letzten so genannten Grippe-Pandemie im Winter 1976/1977 starben weltweit 3 bis 4 Millionen Menschen. Eine Schutzimpfung macht daher grundsätzlich Sinn.


Nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten sich bestimmte Risikogruppen, wie beispielsweise Personen über dem 60. Lebensjahr oder Personen mit erhöhten gesundheitlichen Gefährdungen, unbedingt einer jährlichen Grippeimpfung unterziehen.


Generelle Kostenübernahme für bestimmte Risikogruppen
Wie dieser Personenkreis genau definiert ist, kann auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft Influenza nachgelesen werden. Nach Aussage von krankenkassen.de sind rund 28 Millionen Menschen in Deutschland einer der Risikogruppen zuzuordnen.


Interessanterweise lässt sich nur jeder Zweite aus diesen Gruppen impfen, und das, obwohl alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten von etwa 20 bis 30 Euro für die Schutzimpfung dieser Personen übernehmen.


Freiwillige Leistung
Kompliziert wird es für alle anderen Versicherten. Denn Impfungen gehören zu den freiwilligen Satzungsleistungen und müssen nicht in jedem Fall bezahlt werden. Die Kassen entscheiden folglich selber, ob sie zahlen oder nicht.


Allerdings übernehmen 106 von 186 Kassen, welche sich an der Umfrage von krankenkassen.de beteiligt haben, die Impfkosten auf jeden Fall. 40 Kassen halten sich hingegen strikt an die STIKO-Empfehlungen und weitere 40 Kassen zahlen auch abweichend von der Empfehlung, wenn zum Beispiel der Arzt des Versicherten eine Impfung für empfehlenswert hält.


Wer wissen will, ob auch sein gesetzlicher Krankenversicherer zu jenen gehört, die sich generös zeigen, findet auf den Internetseiten von krankenkassen.de eine Liste mit allen Anbietern, die zu einer Auskunft bereit waren.


Privat Versicherte haben es schlechter
Nicht ganz so leicht wird die Sache für die Mitglieder privater Krankenversicherer. Nach Aussage von Sabine Erbar, Pressesprecherin des Verbandes der privaten Krankenversicherer (PKV), würden sich wohl auch die privaten Versicherer in der Regel an die STIKO-Empfehlungen bezüglich der besonderen Risikogruppen halten.


Wie es darüber hinaus aussehe, sei dem Verband allerdings nicht bekannt. Den privat Versicherten bleibt also nichts anderes übrig, als die Leistungsbeschreibungen ihres Tarifes zu Rate zu ziehen oder bei ihrem Versicherer nachzufragen.


Denn eine Liste, auf der sie ebenso komfortabel nachschauen können wie die gesetzlich Versicherten, existiert für die PKV nicht.


Wolfgang A. Leidigkeit